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Glossar

Abrasivität

Harte Teilchen (z.B. Karbide im Stahl, oder Kohlefasern im CFK) eingebettet im zu zerspanendem Werkstoff „schleifen“ beim zerspanenden Bearbeiten den Schneidstoff und sorgen so für abrasiven Verschleiß am Werkzeug.

Adhäsionen

Durch hohe Flächenpressung und Temperaturen beim Zerspanprozess schmiert der zu bearbeitende Werkstoff auf das Werkzeug auf.
Dies tritt vorwiegend bei schlechter Kühlschmierung, bei MMS oder Trockenbearbeitung auf.

Bohrvorschubeinheit oder BVE

Eine BVE ist im weitesten Sinne ein Bohrmaschine. Es gibt manuelle, halbautomatische und automatische BVEs. Sie unterscheiden sich durch ihren Grad an Automatisierung des Bohrprozesses. Während bei einer manuellen BVE die Drehzahl und der Vorschub vom Bediener gesteuert wird, sind diese Parameter bei einer automatischen BVE voreingestellt. Verwendet werden BVEs zum Beispiel zur Montage von Sektionsteilen in der Luftfahrt.

CFK und GFK

Die Abkürzung CFK steht für carbonfaserverstärkten Kunststoff und beschreibt einen Werkstoff bei dem Kohlenstofffasern in eine spezielle Matrix gelegt werden und mit einem Harz oder Thermoplast verbunden werden. GFK hingegen besteht aus Kunststoff- und Glasfasern. 

Beide Werkstoffe gehören zu den Faserverbundwerkstoffen und werden vor allem dort verwendet wo leichte Materialien mit hoher Belastbarkeit benötigt werden. Insbesondere CFK weist eine hohe Zugfestigkeit und Steifigkeit bei relativ geringer Dichte und somit geringem Gewicht auf. Deshalb hat es sich zum beliebten Werkstoff in der Luftfahrt entwickelt. 

Gewichtsspezifische Sättigungsmagnetisierung

Hartmetalle mit Kobalt als Bindemetall sind ferromagnetisch. Wird ein ferromagnetischer Stoff einer magnetischen Feldstärke ausgesetzt, so steigt die magnetische Flussdichte in diesem Stoff. Die Flussdichte flacht sich mit steigender Feldstärke ab, bis eine maximale Sättigung erreicht wurde. Diese maximale Flussdichte ist als Sättigungsmagnetismus definiert. 

Die magnetische Sättigung von Hartmetall ist abhängig vom Gehalt und Zustand des Bindemetalls Kobalt. Wenn eine dieser beiden Einflussgrößen bekannt ist, so kann eine Aussage über die andere Einflussgröße erfolgen. Dabei hat der Kohlenstoffgehalt des Hartmetalls einen entscheidenen Einfluss auf den magnetischen Zustand des Kobalts. Mithilfe des Sättigungsmagnetismus können somit Aussagen über den Kohlungsgrad des Hartmetalls getroffen werden. Diese Messmethode ist eine wichtige Kontrolle zur Überprüfung der Produktionsqualität

Quelle: CERATIZIT S.A., Hauptkatalog Rods & Preforms, S. 90

Interface der Beschichtung

Das Interface ist die Übergangszone zwischen Schneidstoff (Hartmetall) und Beschichtung.

Kalottenschliff

Zur Eingangsprüfung von Beschichtungen wird mittels des Kalottenschliff das Interface und somit die Qualität der Beschichtung überprüft.

Koerzimat

Ein Koerzimat ist ein Messmittel, das bei KLENK zur Wareneingangskontrolle von Hartmetall verwendet wird. Es kann damit die gewichtsspezifische Sättigungsmagnetisierung ermittelt werden. Damit können Aussagen über die Härte und Qualität des Hartmetalls getroffen werden. 

Koerzitivfeldstärke

Wird das ferromagnetische Hartmetall einer magnetischen Feldstärke ausgesetzt, so steigt die magnetische Flussdichte bis eine maximale Sättigung, der sog. Sättigungsmagnetismus, erreicht wurde. Wenn die äußere Feldstärke entfernt wird, sinkt die Flussdichte bis auf einen Restmagnetismus, der Remanenz. Zur Entfernung der Remanenz muss eine umgekehrte Feldstärke angelegt werden. Die umgekehrte Feldstärke, die nötig ist, um die magnetische Flussdichte im Hartmetall auf null zu bringen (zu "entmagnetisieren") wird als Koerzitivfeldstärke bezeichnet. 

Je feiner verästelt und damit spannungsreicher die Bindemetallphase im Hartmetall vorliegt, desto höher ist die Koerzitivfeldstärke. Das bedeutet, dass die Koerzitivfeldstärke Aufschluss über den Zustand der Bindemetallphase gibt. Die Feinheit der Bindemetallphase nimmt mit kleiner werdender Wolframkarbidkorngröße und mit abnehmendem Bindemetallgehalt zu – die Härte des Gefüges nimmt zu.

Somit lässt sich schlussendlich ein konformer Zusammenhang zwischen Koerzitivfeldstärke und Härte herstellen. In der Praxis stellt dies eine sehr rasche und zerstörungsfreie Messmethode für die Härte dar. 

Quelle: Ceratizit, Hauptkatalog Rods & Preforms, S. 90

One-Shot-Drilling oder OSD

Mit One-Shot-Drilling beschreibt man die Realisierung eines zum Teil komplexen Bohrprozesses in nur "einem Schuss", also in einem Bearbeitungsschritt.

Häufig liegt die Besonderheit darin, dass enge Fertigungstoleranzen erreicht werden müssen oder weitere Prozessschritte wie beispielsweise eine Senkung direkt integriert werden können. 

VHM

VHM ist die Abkürzung für VollHartMetall. VHM-Werkzeuge sind im Gegensatz zu gelöteten oder HSS-Werkzeugen aus einem einzigen, massiven Block Hartmetall hergestellt. Dadurch steigt zwar der Preis des Endproduktes, doch die Qualität, Leistungsfähigkeit und Präzision von VHM-Werkzeugen ist der von anderen Werkzeugarten um ein Vielfaches überlegen. In industriellen Hochleistungsprozessen werden in der Regel nur VHM-Werkzeugen verwendet.